Wer bist du und was war deine musikalische Reise, Erfahrungen, Wettbewerbe

Ich heiße Anna Ringger und habe mit fünf Jahren angefangen Geige und auch Klavier zu spielen. Mit 13 habe ich zur Bratsche gewechselt, da mich der tiefe Klang und die Rolle der Bratsche im Ensemble schon immer besonders angesprochen haben. Im Laufe der Jahre durfte ich viele unterschiedliche Erfahrungen sammeln, sowohl solistisch als auch im Ensemble- und Orchesterbereich.

Ich bin mehrfache erste Bundespreisträgerin bei „Jugend musiziert“, sowohl in der Solowertung als auch in kammermusikalischen Besetzungen. Diese Wettbewerbe haben mir nicht nur musikalisch viel gegeben, sondern auch gezeigt, wie intensiv und bereichernd die Zusammenarbeit mit anderen Musikerinnen und Musikern sein kann. Auch die Arbeit mit Orchestern hat meine musikalische Laufbahn geprägt. Ich war unter anderem im Landesjugendorchester (LJO), im Jungen Kammerorchester Stuttgart (JuKO) und im Bundesjugendorchester (BJO) aktiv. Die Konzertreisen gingen von Dänemark, England und Rumänien, bis nach Australien.

Ich durfte bereits in renommierten Sälen wie dem Concertgebouw Amsterdam, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Musikverein Wien oder der Berliner Philharmonie spielen.

Warum ist klassische Musik wichtig und aktuell, auch für die Zukunft?

Klassische Musik ist für mich eine Sprache, die über Generationen hinweg Menschen miteinander verbindet. Auch wenn viele Werke schon vor Jahrhunderten entstanden sind, sprechen sie Themen an, die heute genauso aktuell sind – Emotionen, Konflikte, Fragen nach Identität oder Hoffnung. In einer Zeit, die oft von Schnelligkeit und Reizüberflutung geprägt ist, bietet klassische Musik etwas ganz Anderes: Ruhe, Tiefe und die Möglichkeit, wirklich zuzuhören – sowohl der Musik als auch sich selbst. Ich glaube, genau deshalb wird sie auch in Zukunft wichtig bleiben. Sie entwickelt sich weiter, inspiriert neue Generationen und schafft Verbindungen – unabhängig von Alter oder Herkunft.

Warum bist du gerne beim SDO dabei?

Ich bin gerne beim Süddeutschen Sinfonieorchester dabei, weil es mir die Möglichkeit gibt, Teil eines engagierten und professionellen Ensembles zu sein. Die Kombination aus anspruchsvoller Musik und einer motivierten Gemeinschaft macht die Arbeit hier besonders spannend und bereichernd. Es macht einfach Spaß, gemeinsam große Werke auf die Bühne zu bringen und sich dabei ständig weiterzuentwickeln, sowie wertvolle Orchestererfahrung zu sammeln.

Was zeichnet das SDO aus und was schätzt du an der Arbeit?

Das SDO zeichnet sich vor allem durch seine hohe musikalische Qualität und die professionelle Arbeit/ Organisation aus. Hier wird nicht nur Wert auf exzellentes Musizieren gelegt, sondern auch auf eine Atmosphäre, in der jeder einzelne Musiker respektiert und gefördert wird. Ich schätze besonders die klare Struktur und den Fokus auf Präzision, die es uns ermöglichen, als Orchester ausdrucksstark aufzutreten. Gleichzeitig verbindet uns die gemeinsame Leidenschaft für Musik, was die Arbeit im SDO besonders macht.

Eindrücke von Mitspielern

Anna Ringger

Wer bist du und was war deine musikalische Reise, Erfahrungen, Wettbewerbe

Ich heiße Marc Strokov und ich bin 17 Jahre alt, ich komme aus Stuttgart und spiele Cello. Besonders am Instrument fasziniert mich die Bandbreite - man kann hoch und tief spielen, man kann mit dem Instrument singen oder auch mal richtig reinhauen, virtuos spielen oder ganz intim. Auch interessiere ich mich sehr für verschiedene Klangfarben und ich bin sehr froh darüber das Cello zu spielen und auch immer neue Farben zu entdecken. Auch spiele ich gerne in verschiedenen Formationen, z.B. spiele ich regelmäßig im Klaviertrio, aber auch Solo und im Orchester.

Ich habe bei verschiedensten Wettbewerben, auch im Ausland, erfolgreich teilgenommen. Am bekanntesten ist wohl der Wettbewerb "Jugend Musiziert", bei dem ich jedes Jahr mitmache, auch wieder im nächsten Jahr. Letztes Jahr konnte ich im Bundeswettbewerb in 4 verschiedenen Wertungen die Höchstpunktzahl und einen Bundespreis erzielen. Mir gefällt an dem Wettbewerb, dass man gemeinsam mit seinen Freunden musizieren kann, aber auch das man ein Ziel vor Augen hat und es nicht um den gegenseitigen Vergleich geht.

Durch verschiedene Orchester, in denen ich mitspiele, wie dem Bundesjugendorchester oder dem JuKO Stuttgart, aber auch Wettbewerbe konnte ich auch schon mit meinem Cello die Welt bereisen, wie z.B. nach Amerika, Australien, nach Wien oder auch nach England.

Warum bist du gerne beim SDO dabei?

Das Süddeutsche Sinfonieorchester fühlt sich an wie eine Familie, und immer wieder kommen Freunde aus der Heimat, aber auch von überall her und kommen für eine Zeit zusammen um gemeinsam Musik zu machen. Die Atmosphäre ist sehr freundlich und warm, und man spürt von überall wie sehr sich alle freuen, dass du da bist und dass es vor allem darum geht schöne Musik zu machen. Trotzdem haben wir auch genug Möglichkeiten außerhalb der Proben was anderes zu unternehmen, und es rundet alles sehr geschmeidig ab. Was ich auch besonders finde an diesem Orchester ist, dass sehr viele verschiedene Gruppen auf einander treffen, es gibt keine Altersgrenzen oder sonst was, es spielen auch oft professionelle Musiker aus sehr bekannten Orchester mit - man kann insgesamt sehr viel lernen, auch über effizientes Arbeiten und über die Musik, über das Leben. Dadurch, dass das Orchester relativ jung ist fühlt es sich auch alles nicht streng an im autoritären Sinne, sondern es fühlt sich mehr danach an, als ob wir alle gemeinsam daran arbeiten, dass das Ergebnis möglichst gut wird.

Was zeichnet das SDO für dich aus?

Ich war ganz von Anfang an dabei, damals hießen wir noch anders, und der Fokus war auch kein großes Sinfonieorchester zu haben. Das hat sich alles aber relativ schnell weiterentwickelt, eben bis hin zum Süddeutschen Sinfonieorchester, das kam für uns alle etwas unerwartet, aber es hat auch jeder von uns gespürt, dass hier etwas ganz besonderes entsteht. Die Idee war am Anfang einfach in Stuttgart kleine Konzerte zu organisieren, sei es Kammermusik oder auch kleine Solokonzerte mit Orchester, wo ich auch schon einige Werke aufführen durfte, das hat angefangen in kleineren Kirchen, und nicht mal ein Jahr später hat es sich so weit entwickelt, dass wir im Beethovensaal der Liederhalle Stuttgart gespielt haben, es gab einen sehr großen Applaus. Was das SDO für mich auszeichnet ist einfach diese jugendliche Energie, Sachen auszuprobieren, mal etwas anders zu machen, aber dabei immer die Qualität an erste Stelle zu setzen. Einfach ein Teil von diesem Projekt ist etwas sehr schönes und man spürt auch sehr, dass sich alle über jeden Einzelnen freuen, der dabei ist - ganz egal woher man kommt, und ich kann auch jedem empfehlen es zu probieren sich für die Projekte anzumelden.

Marc Strokov

Wer bist du und was war deine musikalische Reise, Erfahrungen, Wettbewerbe

Mein Name ist Julian, ich bin 22 Jahre alt und spiele Klarinette. In der fünften Klasse wurde jedem Schüler und jeder Schülerin ein Instrument zugeteilt. Die Klarinette war damals lediglich meine dritte Priorität. Mit der Zeit entwickelte sich jedoch eine große Leidenschaft für dieses Instrument und für die klassische Musik insgesamt. Meine ersten Erfahrungen im Ensemblespiel sammelte ich in der Jugendphilharmonie Ludwigsburg sowie in einer kammermusikalischen Besetzung als Teil eines Klarinettentrios (Klarinette, Cello & Klavier). Mit diesem Trio konnte ich bei der allerersten Teilnahme einen Bundespreis bei Jugend musiziert in der Kategorie "Besondere Ensembles" erspielen. Aktuell bin ich erster Klarinettist im Sinfonieorchester des Stuttgarter Liederkranzes und spiele zudem im Süddeutschen Sinfonieorchester. Zu meinen musikalischen Höhepunkten zählen unter anderem ein Solokonzert mit Carl Maria von Webers erstem Klarinettenkonzert, eine Konzertreise nach Brünn (Tschechien) sowie ein Konzert im Herkulessaal mit Mahlers Neunter Sinfonie. Unterricht erhalte ich bei Frank Bunselmeyer, Klarinettist an der Staatsoper und dem Staatsorchester Stuttgart.


Was findest du am SDO besonders?

Am SDO schätze ich besonders, dass jungen MusikerInnen die Möglichkeit geboten wird, anspruchsvolle Werke in bedeutenden Konzertsälen zu spielen. Dabei entsteht eine außergewöhnliche Gemeinschaft, die ich in dieser Form kaum in einem anderen Orchester erlebt habe. Die MusikerInnen im SDO sind sehr ambitioniert und verbinden vor allem Professionalität mit echter Freude am gemeinsamen Musizieren.

Welche Rolle spielt Musik für dich?

Musik nimmt in meinem Leben eine zentrale Rolle ein. Anders als die meisten MusikerInnen im SDO studiere ich nicht Musik, sondern befinde mich im fünften Semester meines Psychologiestudiums und arbeite nebenbei in einer Kindertagesstätte. Das Musizieren ist für mich daher kein Beruf, sondern ein leidenschaftliches Hobby und zugleich ein wichtiger Ausgleich zum anspruchsvollen Studien- und Arbeitsalltag sowie ein wertvolles Mittel künstlerischer Ausdrucksform.

Julian Menonna