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Saison 26/27

Süddeutsches Sinfonieorchester

Saison 26/27


Mit der kommenden Spielzeit präsentiert das Süddeutsche Sinfonieorchester, welches sich 2025 gegründet hat, erstmals eine komplette Saison. Auf dem Programm stehen dabei 4
Sinfonieprogramme, 6 Kammermusikkonzerte und 6 Sonderkonzerte.

Sinfoniekonzerte

Mensch sein.
Mensch werden.

Jedes Leben ist eine Reise. Sie beginnt mit Aufbruch und Hoffnung, mit dem Wunsch, die Welt zu entdecken und zu gestalten. Sie führt durch Zeiten des Glücks und des Erfolgs, aber ebenso durch Krisen, Verluste und Umbrüche. Sie kennt Versöhnung, Gemeinschaft und Liebe – und schließlich die Frage nach dem, was bleibt, wenn das eigene Leben über sich selbst hinausweist.

Mit seiner ersten Saison widmet sich das Süddeutsche Sinfonieorchester dieser universellen Erfahrung. Unter dem Leitgedanken „Menschsein und Menschwerden“ erzählen vier Sinfoniekonzerte von den großen Stationen unseres Lebens. Die Werke sind dabei nicht zufällig nebeneinandergestellt, sondern treten miteinander in einen Dialog. Sie zeigen, wie Komponisten verschiedener Epochen dieselben existenziellen Fragen auf ganz unterschiedliche Weise beantwortet haben.

1. Aufbruch

Ludwig van Beethoven –

Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73 „Emperor“
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 „Eroica“

Jeder Lebensweg beginnt mit einem Aufbruch. Er ist geprägt von Idealen, Neugier und dem Glauben daran, die Welt verändern zu können. Es ist die Zeit großer Visionen, in der Möglichkeiten grenzenlos erscheinen und der Mut oft größer ist als die Angst vor dem Scheitern.

Beethovens Musik verkörpert diesen Geist wie kaum eine andere. Das Fünfte Klavierkonzert strahlt Selbstbewusstsein, Freiheit und schöpferische Kraft aus. Der Solist tritt nicht als virtuoser Selbstdarsteller auf, sondern als Gestalter einer musikalischen Welt voller Zuversicht und Größe.

Die Eroica-Sinfonie führt diesen Gedanken weiter. Ursprünglich einem Helden gewidmet, erzählt sie letztlich von einem Menschen, der an seinen Aufgaben wächst. Nicht der äußere Triumph steht im Mittelpunkt, sondern der innere Antrieb, den eigenen Weg entschlossen zu gehen und an seinen Idealen festzuhalten. Beethoven zeichnet das Bild eines Menschen, der sich durch Mut, Tatkraft und die Bereitschaft zur Veränderung immer wieder neu entwickelt. Der Aufbruch wird so zum Ausdruck einer Haltung, die den Glauben an die eigene Gestaltungskraft und die Möglichkeit persönlicher Reifung in sich trägt.

2. Zeitenbruch

J.S. Bach - Klavierkonzert in d-Moll, BWV 1052
Arnold Schönberg – Verklärte Nacht, op. 4
Richard Strauss – Metamorphosen für 23 Solostreicher

Kein Leben verläuft geradlinig. Jeder Mensch erlebt Momente, in denen Gewissheiten zerbrechen und sich die Welt unwiderruflich verändert. Ein solcher Zeitenbruch ist schmerzhaft, eröffnet aber zugleich die Möglichkeit innerer Wandlung.

Arnold Schönbergs Verklärte Nacht erzählt von einer zutiefst persönlichen Krise. Schuld, Angst und Verzweiflung verwandeln sich im Verlauf des Werkes durch Mitgefühl, Liebe und gegenseitiges Verständnis. Was zunächst dunkel und ausweglos erscheint, wird schließlich in neues Licht getaucht.

Richard Strauss' Metamorphosen führt diesen Gedanken auf eine andere Ebene. Entstanden am Ende des Zweiten Weltkriegs, ist das Werk eine der tiefgründigsten musikalischen Reflexionen über Verlust, Erinnerung und Vergänglichkeit. Die Musik trauert nicht nur um zerstörte Städte und Kulturen, sondern um eine Welt, die unwiederbringlich vergangen ist.

So spannen beide Werke einen Bogen von der Hoffnung auf Verwandlung zur schmerzhaften Erfahrung des endgültigen Verlusts. Sie zeigen, dass Zeiten des Umbruchs den Menschen verändern – manchmal, indem sie neue Perspektiven eröffnen, manchmal, indem sie das Vergangene umso deutlicher als unwiederbringlich erkennen lassen. Der Zeitenbruch wird so zum Wendepunkt des Menschwerdens.

3. Durchbruch

Patrick Giesel - Uraufführung (*2027)
Ludwig van Beethoven – Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125

Der Mensch erreicht im Laufe seines Lebens einen Moment, in dem sich die Frage stellt, wie nach Krisen, Verlusten und Enttäuschungen ein neuer Weg entstehen kann. Der Durchbruch ist nicht die Rückkehr zu einem früheren Zustand, sondern die Fähigkeit, an Erfahrungen zu wachsen und dem Leben mit neuer Offenheit zu begegnen.

Beethovens Neunte Sinfonie ist Ausdruck dieses inneren Wandels. Aus einer Welt voller Spannung, Zweifel und existenzieller Fragen entwickelt sich Schritt für Schritt eine Musik, die Orientierung sucht und schließlich findet. Der Weg führt nicht zum Triumph des Einzelnen, sondern zur Erkenntnis, dass Menschsein immer im Verhältnis zu anderen geschieht. Erst im Miteinander kann sich das Individuum voll entfalten.

Mit dem Einsatz von Solisten und Chor überschreitet Beethoven die Grenzen der Sinfonie und eröffnet eine neue Dimension. Die menschliche Stimme wird zum Sinnbild einer Gemeinschaft, die trotz aller Unterschiede zusammenfindet. Schillers Worte „Alle Menschen werden Brüder“ sind dabei weit mehr als ein utopisches Ideal – sie stehen für die Hoffnung, dass Versöhnung möglich ist: mit anderen, mit der Welt und letztlich auch mit sich selbst. Der Durchbruch beschreibt damit den Moment, in dem der Mensch zu sich selbst findet, ohne sich von der Welt abzuwenden – getragen von der Erkenntnis, dass persönliche Freiheit und Verantwortung untrennbar miteinander verbunden sind.

4. Ewigkeit

Max Bruch - Violinkonzert in g-Moll, op. 26
Anton Bruckner Sinfonie Nr. 7 E-Dur, WAB 107

Am Ende der Reise richtet sich der Blick über das Sichtbare hinaus. Fragen nach Sinn, Vergänglichkeit und Hoffnung begleiten den Menschen ein Leben lang. In der Musik öffnet sich ein Raum, in dem das Vergängliche mit dem Unendlichen in Beziehung tritt.

Max Bruchs Violinkonzert berührt diese Suche auf zutiefst menschliche Weise. Mit seiner innigen Melodik und seinem warmen Ausdruck erzählt es von Sehnsucht, Schönheit und der Kraft unmittelbarer Empfindung.

Bruckners Siebte Sinfonie führt diesen Gedanken in eine größere Dimension. Ihre weit gespannte Klangarchitektur, ihre feierliche Ruhe und ihre tiefe Innerlichkeit lassen Musik zu einer Erfahrung werden, die über das Persönliche hinausweist. Aus großen musikalischen Bögen und Momenten inniger Sammlung entsteht eine Welt, in der Zeit und Raum ihre Grenzen zu verlieren scheinen. Bruckners Musik sucht nicht die Antwort im Augenblick, sondern eröffnet einen Blick auf etwas Bleibendes – auf eine Dimension, die den Menschen mit der Vorstellung von Ewigkeit verbindet.

Damit endet die Saison nicht in einem Schlusspunkt, sondern in einer Öffnung. Die Musik führt an die Grenze des Sagbaren und lädt dazu ein, über das nachzudenken, was den Menschen über seine eigene Lebenszeit hinaus verbindet – Erinnerung, Glaube, Liebe und die Sehnsucht nach dem Unendlichen.

Lisi Namchevadze
Artist in Residence 26/27

Patrick Giesel
Musikdirektor

Horizonte!
So 11.10.26, 17 Uhr

Werke von Bach, Lipinksi, Schumann und Ravel

Violine: Yungi Kaneko
Klavier: n.n.

Licht und Schatten!
So 15.11.26, 17 Uhr

Werke von Beethoven und Brahms

Trio Sarastro
Violine
: Sophie Rauch
Violoncello: Marc Strokov
Klavier: Sebastian Rauch

Werke von Rachmaninoff und Schumann

Klavier: Lisi Namchevadze

Werke von Brahms und Schumann

Violine: Louisa Oppawsky
Viola: Anna Ringger
Violoncello: Patrick Giesel
Klavier: Lisi Namchevadze

Werke von Mendelssohn und Schubert

Violine: Louisa Oppawsky, Sophie Rauch, Maria Schlumberger-Ruiz, Letizia Claudi
Viola: Maximilian Weinberger, Anna Ringger
Violoncello: Marc Strokov, Jonathan Wagner

Werke von Schmid, Glinka und Cambini

Flöte: Greta Mandler
Oboe: Mai Johannsen
Klarinette: Julian Menonna
Horn: Hannes Berg
Fagott: Simon Gollong

Kammermusik

Neben unseren Sinfoniekonzerten veranstalten wir in dieser Spielzeit erstmals eine eigene Kammermusikreihe mit Mitgliedern des Orchesters. In Kooperation mit dem Freien Musikzentrum Stuttgart präsentieren wir von Oktober bis März an einem Sonntag im Monat um 17 Uhr ein Kammermusikkonzert.

Auch in dieser Reihe steht unser Leitgedanke „Menschsein und Menschwerden“ im Mittelpunkt. Die sechs Kammermusikkonzerte widmen sich unterschiedlichen Facetten menschlicher Erfahrung und erzählen von den großen und kleinen Momenten, die unser Leben prägen: von Aufbruch und Veränderung, von Nähe und Verbundenheit, von Gegensätzen und inneren Bewegungen. Jedes Programm eröffnet dabei eine eigene Perspektive auf das Menschsein und lädt dazu ein, vertraute wie neue Seiten unseres Lebens musikalisch zu entdecken.

Mehr Infos zur Kammermusik:

Sonderkonzerte

Ursprünglich entstand das Süddeutsche Sinfonieorchester aus einem kleineren Ensemble, das sich 2024 in Stuttgart unter dem Namen „Junge Solisten Stuttgart“ gegründet hatte. Eine Gruppe junger Freunde, allesamt Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe, hatte den Wunsch, eigene Konzerte zu veranstalten und gemeinsam zu musizieren. Dabei spielten sie häufig in kleineren Besetzungen, wobei die Solisten stets aus den eigenen Reihen stammten.

Um diese Tradition fortzuführen, präsentieren wir in dieser Saison auch sechs Sonderprogramme mit unserem Kammerorchester, in denen Orchestermitglieder als Solisten auftreten.

1.Sonderkonzert

24/25.10.26

W.A. Mozart - Sinfonia Concertante für Violine und Viola in Es-Dur, KV364
B. Romberg - Cellokonzert Nr. 2 in D-Dur, op.3

Violine - Louisa Oppawsky
Viola - Anna Ringger
Violoncello - Marc Strokov

3.Sonderkonzert

Datum n.n.

Programm n.n.

2.Sonderkonzert

28/29.11.26

W.A. Mozart - Sinfonia Concertante für 4 Solobläser in Es-Dur, KV297b
W.A Mozart - Violinkonzert Nr. 3, KV 216

Oboe - Maximilian Hennen
Klarinette - Julian Menonna
Horn - Achim Blank
Fagott - Simon Gollong
Violine - Taisia Schuk

Sturm und Klang!

2025 wurde auf besonderen Wunsch unseres Musikdirektors Patrick Giesel eine neue Konzertreihe ins Leben gerufen mit dem Namen "Sturm und Klang!". Angelehnt an eine Jugendbewegung der Literatur ist dabei das Ziel, jungen, höchstbegabten Musikern die Möglichkeit zu bieten, mit einem professionellem Orchester aufzutreten. Dafür gibt es ein Auswahlverfahren, in dem junge Musikerinnen und Musiker aus ganz Baden-Württemberg sich öffentlich anmelden können.

Nach den ersten erfolgen vergangene Saison freuen wir uns anzukündigen, dass wir in der Spielzeit 26/27 gleich drei Sturm und Klang Konzerte haben werden! Dabei werden in den Konzerten jeweils junge Talente auf Streichinstrumenten, Blasinstrumenten und Pianisten präsentiert werden. Die Daten für die Anmeldung und die Konzerte werden demnächst bekannt gegeben.

Sturm und Klang 3
Pianisten

Datum n.n.

Sturm und Klang 1
Streicher

Datum n.n.

Sturm und Klang 2
Bläser

Datum n.n.